Wir in der Sendung Natur im Garten (---> klick)

25. August 2016

Vor den Astern

Im Hochsommer ist der Garten in manchen Jahren für einige Zeit blütenlos gewesen; besonders, wenn es sehr heiß ist, kann das passieren. Heuer hat es definitiv genug geregnet und eine Menge Stauden läuft jetzt zu Hochform auf. Bald werden die Astern die Beete ergänzen und im September für neue Einblicke sorgen.


In diesem Beet wurde im Vordergrund ein Stück ergänzt, weil der schmale Rasenstreifen zwischen Grundgrenze und Beet aufgelassen wurde. Neu sind daher die gelben Rudbeckia nitida 'Herbstsonne', die ich bisher nie mochte, aber letzten Herbst in einer Rettungsaktion doch mitgenommen habe. Und siehe da, mein Rosa-Lila-Weiß-Beet wird nicht zerstört durch das Gelb, sondern deutlich aufgewertet. Also keine Angst vor Farbe!


Vor allem nicht, wenn der farbliche Dreiklang aus Weiß-Rosa-Gelb sich ohnehin woanders auch schon eingeschlichen hat. Starb der weiße Phlox letzten Sommer noch den Trockentod, so hat er sich heuer deutlich regeneriert und verdeckt fast den dahinterwachsenden Wasserdost. Davor dann Molinia 'Transparent' und Pennisetum sowie die großartige Kalimeris incisa 'Madiva', eine helllila Sommeraster. Und Gelb ist auch da - in Form von Helenium, leider umgefallen. Das passiert immer, wenn es regnet und ich lerne nie draus.

Überall im Garten ist der rote Knöterich in der Verwendung. Er ist einfach eine tolle Pflanze: Standfest, schöne Farbe, Insektenweide, Dauerblüher, robust. Mit Dolden und feinen Gräsern eine einfache Kombi, jederzeit erweiterbar um lila Kerzen (Blutweiderich, Agastachen) oder große Blütenstände (Phlox, Sonnenhut).

Das neue Beet an der Garage werde ich demnächst in einer Vorher-Mittendrin-Nachher-Serie vorstellen. Es ist erst heuer angelegt worden und ich mag es sehr. Hier ein kleiner Ausschnitt mit der schon erwähnten Kalimeris 'Madiva', den Blüten von Bronzefenchel, gelbem Fuchskraut (Senecio fuchsii 'Doria'), Pseudolysimachion longifolium 'Hermannshof' in Lila und fast nicht im Bild, weißer Staudenknöterich und Molinia 'Transparent'.

Hier auch ein Detail aus diesem Beet: Ein Sanguisorba-Sämling und das schon mehrfach erwähnte Molinia, im Hintergrund Miscanthus 'Federweißer', eine äußerst frühblühende Sorte.

Und hier alles gemeinsam mit einigen Astern noch dazu. Dieses Beet wird wohl bis zum Frost sehenswert sein.

17. August 2016

Abendlicht

Nach ein paar Tagen Zusammenraufen mit der neuen Kamera kann ich nun endlich mal passable Bilder vom Abend- und Morgenlicht im Schotterbeet zeigen - es ist nun möglich, das kühle Morgenlicht und die warmen Töne am Abend realitätsgetreu einzufangen. Und in den nächsten Tagen kommt dann mal der restliche Garten dran, ich glaube, ich zeige seit Mai nur das Trockenbeet.

Hier also ist Abend im Trockenbeet. Die blütenreichen Büsche vorne sind Gamander (Teucrium lucidrys) und Bergminze (Calamintha nepeta), beide werden von den Bienen geliebt.
Ich hoffe, Rudbeckia missouriensis kommt auch nächstes Jahr wieder, es scheint hin und wieder Probleme mit der Langlebigkeit zu geben - das wäre schade, denn die Pflanze ist standfest, blütenreich und trockenheitstolerant.
Im Kontrast dazu das kühle Morgenlicht, kurz bevor die Sonne über den Berg schaut. Alles ist noch voller Tau, die Silene frivaldskyana zeigt gerade viele offene Blüten, die Artemisien sind noch nicht luftig-fluffig. Links vorne noch eine Silene als niedliche Polsterpflanze: Silene schafta 'Splendens'
Stipe tenuissima ist auch noch etwas nass.

Die ersten Sonnenstrahlen treffen auf Achnatherum calamagrostis, das im Garten an anderer Stelle ständig umkippt, hier aber straff aufrecht und wunderschön das Beet dominiert.

Kurz vor Sonnenuntergang kommt dann der Moment von Pennisetum orientale 'Karley Rose'.
Die Samenstände von Silene latifolia zieren auch noch lange nach den weißen Blüten.

Achnatherum ist auch am Abend wunderschön, links ragen Knautia macedonica, Linum und Allium sphaerocephalon ins Bild.

Unermüdlich, schon seit Juni, blüht Scutellaria baicalensis. Davor schiebt Allium 'Millenium' zwei Blüten; ich hoffe auf regen Zuwachs dieser wunderschönen, den ganzen Sommer über blühenden Sorte, einer Kreuzung aus A. senescens und A. nutans, die nicht einzieht.

12. August 2016

Sizilien

Die Entscheidung, wohin es im Sommer gehen soll, ist bei uns nur vordergründig schwer: Am Ende sind wir in den letzten Jahren immer in der Mitte und im Süden Italiens gelandet, beginnend von Umbrien haben wir uns weiter Richtung Kalabrien gewagt und nach dem letztjährigen Aufenthalt in Sardinien war Sizilien für heuer die logische Konsequenz (Bilder zu einigen Reisen gab es schon hier am Blog: Sardinien, Apulien/Molise/Abruzzen, Marken/Abruzzen). Wie bisher haben wir fast alle größeren Städte außen vor gelassen und uns auf die Küstenregionen und das Landesinnere konzentriert. Und auch wenn Sizilien wirklich dicht besiedelt ist: Es gibt viele, viele wunderbare Orte und es die zwei Wochen waren wieder einmal viel zu kurz für alles, was wir sehen wollten! Im Folgenden zeige ich euch ein paar lose Eindrücke von dieser herrlichen Insel.

Blick vom Monte Cofano Richtung Südwesten

Wanderweg im Naturreservat Zingaro (im Frühlings gibts dort viele Orchideen!)

Blich auf Scopello

Levanzo (unglaublich klares Wasser gibt es dort!)

Am Strand von Capo d'Orlando, im Hintergrund die Äolischen Inseln

Die Scala del Turchi nahe Agrigento

Der Concordiatempel im Valle dei Templi

In der Madonie

Cefalù

Blick über den Krater von Vulcano Richtung Norden (Lipari)

Schwefelfumarolen am Kraterrand auf Vulcano

Irgendwo bei Agrigento

Pfad hinunter zu den Cavagrande del Cassibile

Und unten - so wunderschön! :-)

Im Süden des Ätna (links, knapp nicht im Bild Catania)

An der Nordostflanke des Ätna

Blick vom Süden auf den Ätna

Und sehr, sehr viel Ätnaginster, der die gesamte Bergflanke in Duft hüllt.

Wir waren, wie bisher immer, mit dem eigenen Auto unterwegs. Die Hinfahrt haben wir uns durch die Fährpassage Livorno - Palermo verkürzt, die Rückfahrt erfolgte auf dem Landweg. Unsere Unterkünfte waren Hotels, B&Bs und Agritourismobetriebe, die wir allesamt weiterempfehlen können! (Fragen dazu gerne per Mail) Das Wetter war, bis auf ein paar Tage, die sehr windig und kühl waren, angenehm und keineswegs Richtung 40°C (wie es für Mitte Juli zu erwarten gewesen wäre).

Das Land hat uns durch sehr abwechslungsreiche Landschaften, großartiges Essen und äußerst freundliche und hilfsbereite Menschen beeindruckt. Wie immer wäre es mein Traum, die südlichen Regionen Italiens einmal im Frühling zu bereisen, wenn alles blüht. Und weil ich immer wieder gefragt werde: Nein, uns stört die Hitze nicht, und auch nicht die karge, trockene Leere der Landschaft. Es ist erholsam, einmal weithin sehen zu können und auf sonnenverbrannte Berge zu wandern. Der grüne Dschungel umgibt mich zuhause ohnehin das ganze Jahr - und ich habe mich auch sehr gefreut, ihn wiederzusehen :-)

4. August 2016

Das Schotterbeet im Sommer

Die Gartenprojekte des letzten Sommers entwickeln sich im heurigen niederschlagsreichen Sommer unglaublich gut. Besonders das Trockenbeet erfüllt weiterhin alle Erwartungen und erfreut mich bei jedem Besuch. Nachdem ich es drei Wochen nicht gesehen hatte, war ich verwundert, wie voll und üppig es sich nun präsentiert: Voller Gräser, einzelner Blüten, von Schmetterlingen und natürlich Bienen umschwirrt und wunderbar bunt.

Das Glashaus im Hintergrund ist ebenso erfolgreich; wir ernten laufend Tomaten und auch die Chilis und besonders die Gurken wachsen erfreulich gut. Im Vordergrund der erste Hügel des Schotterbeets, hier zeigt es den Charakter, den ich bei der Pflanzung im Kopf hatte.

Sowohl Stipa tenuissima als auch Deschampsia cespitosa 'Goldtau' tragen zur Wiesenstimmung des Beets bei.

An einer Stelle habe ich Pennisetum orientale 'Karley Rose' gepflanzt, auch dieses Gras hat sich bewährt, auch wenn es so spät ausgetrieben hat, dass ich schon an seinem Überleben gezweifelt habe.

Der Weg zwischen den beiden Kieshügel wächst nun immer mehr zu - und auch der Kies selber wird immer weniger sichtbar.

Am zweiten Hügel wachsen Nepeta und als Gras Achnatherum calamagrostis. Als verbindendes Element kommen auch hier Artemisia ludoviciana 'Silver Queen' vor.

Die braunen Blüten gehören zu Rudbeckia triloba 'Prairie Glow'.

Die Eignung als Bienenpflanze war ein weiteres Kriterium für die Auswahl der Stauden und mittlerweile ist dieses Beet von allen Bereichen des Gartens am stärksten besucht. Hier blühen Teucrium lucidrys und Calamintha nepeta gemeinsam.

Ein Erfolg für die Bienen und für die Optik des Beets sind auch die beiden Einzelpflanzen von Glaucium flavum, dem Hornmohn. Ich hoffe, einige Sämlinge werden sich ins Beet verteilen.

Ebenfalls beliebt: Allium carinathum subsp. pulchellum mit Anaphalis transnokoensis.

Noch etwas zögerlich ist Morina longifolia unterwegs. Und die stachelt!

Eine Wucht ist auch die Kombi aus Allium sphaerocephalon, Artemisia ludoviciana 'Silver Queen' und Verbena officinalis var. grandiflora 'Bampton' - letztere lieben vor allem die Wildbienen.

Ebenfalls bei den Insekten beliebt ist Scabiosa ochroleuca 'Moondance'.

Beim Blick über das Beet zeigt sich die kleinteilige, wiesenhafte Stimmung, die durch die Verwendung ähnlicher Farben und gleicher Pflanzen an verschiedenen Orten des Beet deutlich verstärkt wird.

Trotzdem habe ich viele, viele tolle Einzelpflanzen untergebracht, die mich nun nach und nach erfreuen. Einige waren Geschenke und ich finde fast jedes Mal ein bislang unbekanntes Exemplar. Dieses luftige, feinblütige Gewächs ist Silene frivaldskyana, die auf jedem Bild im Internet eher fad aussieht und am Balkan wild vorkommt. Ich kann jedensfalls sagen: Bei gutem Stand in meinem Beet wird sie fast zu groß wie ich, steht straff aufrecht und trägt hunderte, winzig flirrende Blüten. Eine häufigere Gartenverwendung wäre unbedingt angebracht!

Besonders ist auch Ruellia humilis aus Nordamerika. Sie treibt leider so unglaublich spät aus, dass ich meiner fast etwas auf den Kopf gepflanzt hätte. Ihre kleinen, haarigen Blättchen erscheinen erst im Laufe des Mai und ich habe lange gerätselt, welcher Pflanze sie gehören.

Es ist also eindeutig: Das abgemagerte Trockenbeet ist eine absolute Bereicherung des Gartens und ich kann nur jeden zur Anlage solcher Beete ermuntern.

8. Juli 2016

Offener Garten im Sommer (Nachlese)

Mit Freude blicken wir auf die heurigen offenen Gartentage vergangenes Wochenende zurück. Die Aufteilung auf zwei Termine hat sich bewährt und zahlreiche Besucher nutzten die Möglichkeit, den Garten zu Beginn der Gartensaison und nun im Sommer, wo es doch schon sehr viel üppiger ist, anzuschauen. In Erinnerung bleiben vor allem die Begeisterung für die vollen, blütenreichen Beete und das große Interesse an insektenfreundlicher Gartenpflege ohne chemische Hilfsmittel.

Digitalis lanata mit Federgras (Nasella tenuissima)

Einige Eindrücke aus den letzten Tagen zeigen fast auf jedem Bild Mohn, der sich an allen Beeträndern ausgesät hat und immer wieder auch in sehr schönen Farbe auftaucht. Die weißen Vexiernelken erhalten sich ähnlich und sorgten ebenfalls für viele Nachfragen, da sie sich leichter kombinieren lassen als ihre pinkfarbigen Verwandten.

Einjähriger Mohn mit Rauer Nelke (Dianthus armeria)

Vexiernelken, Mohn und im Hintergrund Melica ciliata, Galega x hartlandii und Campanula lactiflora

Einjähriger Mohn, Melica ciliata, Geranium psilostemon

Feurige Kombi: Hemerocallis fulva und Papaver rhoeas (dahinter das Schotterbeet)

Epilobium angustifolium, Hystrix patula, Tanacetum parthenium

Die höheren Staudenbeete sind nun auch eingewachsen, was für mich bedeutet, dass die Höhenstaffelung voll zum Tragen kommt und unterschiedliche Pflanzenstrukturen sich abwechseln. Das Wimper-Perlgras (Melica ciliata) sät sich zwar aus, ist aber Anfang Juli unübertroffen, da seine Blütenstände früh erscheinen und so elegant überhängen, dass sie aus den Beeten herauszufließen scheinen - daher möchte ich nicht darauf verzichten.

Melica ciliata, Nepeta nuda, Thalictrum occidentale (?)

Auch mein aktueller Lieblingsgartenteil fand eine Menge Beachtung. Das Kiesbeet wächst nun immer mehr und mehr zu und Insekten aller Art schwirren durch die Pflanzen. Mit den silbernen Blättern und den kleinen, zarten Blüten wird das Beet immer mehr zu Wiese und entwickelt sich ganz so, wie ich das erhofft habe. Einige waren überrascht, dass auf Kies doch so viel wächst und einige äußerten auch den Wunsch, statt kahler, bloß gekiester Vorgärten solche Vielfalt zu sehen. Ich selber bin gespannt, wie sich das Beet über den restlichen Sommer und vor allem in den folgenden Jahren entwickeln wird.

Überblick über das Schotterbeet

Glacium flavum, der Hornmohn, stammt aus dem Mittelmeerraum

Langsam schließt sich der Boden

Danke für den zahlreichen Besuch und einen schönen Gartensommer!